Hochleistungs-Beton für jede Baustelle
Mobile UHFB-Mischanlage von SBM
Ein neues mobiles Mischanlagenkonzept zur Herstellung von Ultra‑Hochleistungs‑Faserbeton (UHFB) stellt der Anlagenbauer SBM Mineral Processing vor. Die vollintegrierte Anlage wurde im Auftrag der Berner Pegrila AG Beton- und Belagsysteme entwickelt. Konsequent auf wechselnde Baustellenbedingungen zugeschnitten, überzeugt sie in der Praxis durch optimierte Prozessabläufe, hohe Chargenleistung und kurze Mischzyklen für alle gängigen UHFB‑Fertigmischungen. Damit eignet sich gleichermaßen für kleinere Verkehrsflächen und die Sanierung großer Infrastrukturbauten.
Seit über 20 Jahren gilt die Schweiz als Pionier im UHFB‑Einsatz. Mit der SIA‑Norm 2052 (2016) wurde die Grundlage für die zertifizierte Produktion und den Einbau des Hochleistungsbetons auf der Baustelle geschaffen. Je nach UHFB-Klasse ermöglicht der moderne Baustoff lediglich 30 – 40 mm starke, voll befahrbare Belagsschichten, eine hervorragende Abdichtung gegenüber Oberflächenwasser und selbst aggressiven Stoffen sowie die unmittelbare statische Verstärkung von Fahrbahnen, Flächen oder Tragwerken mit hoher Dichtigkeit und Widerstandsfähigkeit. Aufwändige strukturelle Maßnahmen entfallen und Bauzeiten werden massiv beschleunigt. Auch in punkto Instandhaltung und dokumentierter Nutzungsdauer übertreffen fachgerecht realisierte UHFB-Beläge konventionelle Betonbauweisen, was selbst hohe Baukosten ab 6000,00 CHF pro Kubikmeter Hochleistungsbeton auf Großflächen stark relativiert.
Entsprechend der großen Nachfrage liefern heute alle großen Schweizer Baustoff-Hersteller Fertigmischungen für den Baustelleneinsatz: Vor Ort werden die Premixe mit allen mineralischen Zuschlägen, Zement, Zusatzmitteln und teilweise bereits exakt dosierten Stahlfasern unter Zugabe von Frischwasser und herstellerspezifischen Zusätzen, wie etwa Fließmitteln, verarbeitet.
Spezialisten für Hochleistungsbeton
UHFB‑Verarbeitung und -einbau erfordern erfahrene Fachkräfte und spezielle Ausrüstungen: Der Baustoff ist empfindlich gegenüber Temperatur und Feuchtigkeit, besitzt eine Verarbeitungszeit von nur 15 Minuten und stellt mit bis zu 280 kg Stahlfasern/m³ besondere Anforderung an die Mischtechnik.
Entsprechend sind es neben Teams der großen Bauunternehmen heute vor allem spezialisierte Betonbauer und Belagsfirmen, die schweizweit eigene UHFB-Projekte oder einzelne Gewerke im Auftrag von Bauunternehmen oder Baustoff-Herstellern übernehmen. Einer dieser "UHFB-Spezialisten" ist die Berner Pegrila AG Beton- und Belagsysteme, seit 2017 Teil der Weiss+Apetito‑Gruppe. Neben vielfältigen Betonanwendungen für Oberflächen und Verkehrszonen im Indoor- und Outdoorbereich realisiert das Unternehmen eigene UHFB‑Lösungen für Verkehrs-, Park- oder Lagerflächen. Im Auftrag übernimmt man auch Einzelgewerke und größere Kampagnen bei Sanierungsvorhaben im Verkehrs‑ und Infrastrukturbereich. „30 bis 40 Prozent unserer Aktivitäten entfallen heute auf den Hochleistungsbeton – Tendenz steigend“, berichtet Pegrila-Geschäftsführer Alexander Berger.
Um der wachsenden Nachfrage gerade auch bei Großflächen besser gerecht zu werden, entschied sich Pegrila bereits im Herbst 2024 zur Investition in eine leistungsfähige vollmobile UHFB-Mischanlage. Ziel dabei: Den eigenen Bestand an sechs staplermobilen Einzelmischern für Kleinchargen bis 0,5 m³ sinnvoll zu ergänzen, vor allem aber das Unternehmen bei größeren Projekten unabhängiger von kostenintensiv anzumietenden, oft allerdings nicht kurzfristig verfügbaren Mietanlagen zu machen.
Meist beschränkt sich die Produktion von Hochleistungsbeton auf der Baustelle nur auf wenige Arbeitsschichten. Entsprechend wichtig sind eine hohe Mobilität, die flexible Positionierung und ein autonomer Betrieb der eingesetzten Mischtechnik. Zwar erfüllten die bislang am Markt verfügbaren semi-mobilen Anlagen, integrierten Hakenlift-Plattformen oder LKW-Aufbauten diese Anforderungen – letztere allerdings mit beschränkten Chargenleistungen und langwierigen Verarbeitungszyklen. Das erschwert gerade bei Großprojekten den eng getakteten UHFB-Einbau und damit wirtschaftliche Flächenleistungen. Folglich waren größere Mischchargen, die rationellere Beschickung und Betonabgabe und damit insgesamt schnellere und automatisch gesteuerte Mischzyklen die wichtigsten Bestandteile des Lastenhefts, das Pegrila einschlägigen Fahrzeug- und Anlagenbauern – darunter auch dem österreichischen Beton-Spezialisten SBM Mineral Processing – unterbreitete.
Clean-Sheet-Design aus einer Hand
"Es sind genau diese Projekte, auf die Sie als Anlagenbauer warten," erklärt SBM-Vertriebsexperte Christoph Feischl. Zuständig für Betonmischanlagen in der Schweiz und Westösterreich koordinierte er zusammen mit Projektleiter Hans-Georg Pointl die Entwicklung der neuen UHFB-Mischanlage von der ersten Anfrage bis zur Übergabe. "Wir konnten alle Register ziehen: Vom baustofftechnischen Knowhow der Beton-Experten bei uns im Haus und unseren Technologie-Partnern, über unsere langjährige Erfahrung in Entwicklung und Bau hochmobiler Betonmischtechnik bis hin zu den kurzen Wegen zwischen technischem Design, konstruktiver Umsetzung und unseren eigenen Kapazitäten in Stahlbau und Montage."
Über mehrere Projektstufen lief die Entwicklung ab Oktober 2024, immer in enger Abstimmung mit Alexander Berger und seinen Bauleitern. Mitte März 2025 erfolgte die Bestellung, knapp ein Jahr später die Auslieferung der neuen containermobilen Mischanlage.
"War es anfangs noch ein typischer 'Sonderbau', erkannten wir früh das Potenzial der mobilen UHFB-Mischtechnik auch für uns als Anlagenhersteller. Schon mit Hinblick auf die Marktfähigkeit des neuen Konzepts hatten wir möglichst universelle Anwendungen im Blick und dimensionierten entsprechend. Zudem ließen wir uns bereits im Prototypenbau von den hohen Industriestandards leiten, die alle unsere Mobilanlagen weit vorne in punkto Wirtschaftlichkeit und langfristige Verfügbarkeit positionieren," resümiert Christoph Feischl. "Dass wir dabei gemeinsam mit einem Schweizer Kunden arbeiten durften, mit direktem Feedback von führenden Baustoff-Lieferanten aus dem wohl weitest entwickelten UHFB-Markt, ist für die internationalen Marktchancen unseres neuen Konzepts sicherlich kein Nachteil."
Kompakt und leistungsstark
Mit Palfinger-Aufbaukran, 220-kVA Diesel/Generator-Einheit und der kompletten Mischtechnik unter einer staubgeschützten, winterfest beheizbaren ISO-Verkleidung kommt die neue Anlage als vollintegrierte Einheit auf einem Grundrahmen für den Tiefladertransport. Dank Vier‑Punkt‑Hydraulik und verstellbaren Stahlstützen lässt sie sich im Einmannbetrieb innerhalb von 45 Minuten voll aufrüsten.
Herzstück ist der BHS‑Doppelwellenmischer DKX 1.67 S mit doppeltem Mischwerk. Der bewährte Zwangsmischer liefert bis zu 1,0 m³ UHFB pro Charge bei nur 8 – 10 Minuten Mischzeit und eignet sich für alle UHFB‑Sorten einschließlich Kunststofffaser‑Rezepturen. Eine FU‑Steuerung des starken 75-kW-Antriebs erlaubt das einfache rezepturabhängige Anpassen der Drehzahl, die Absenkung bei Sichtkontrollen und Auslassen sowie das kontrollierte Zwischenmischen des schnell abbindenden Frischbetons etwa bei Verzögerungen im Einbau.
Dank unterfahrbarer Aufständerung kann der Frischbeton direkt aus dem Mischer in Radladerschaufeln, Baustellendumper, Krankübel oder Betonpumpen ausgelassen werden – ganz ohne aufwändiges Zwischen- bzw. Endreinigen von Förderbändern oder langen Schurren. Das beschleunigt maßgeblich die Gesamtzyklen: Inkl. Big‑Bag‑Kranverladung in den 1,0-m³-Vorratsbehälter, der automatischen Dosierung von Frischwasser und Zusatzmitteln aus den Aufbautanks (1000 l / 750 l) und dem kurzen Mischprozess reduziert dies maßgeblich die Gesamtzyklen auf deutlich unter 15 Minuten pro Kubikmeter UHFB.
Eine Tür mit Treppenaufgang, große beidseitige Wartungsklappen sowie ein innenliegender Aufstieg zum Dachpodest machen die gesamte Anlage für Kontroll- und Wartungszwecke sicher zugänglich. Zusätzlich ist der Mischer mit einer Videoüberwachung und automatischer SBM-Hochdruckreinigung ausgerüstet. Die Steuerung regelt alle Produktionsschritte nach den Vorgaben des Premix‑Lieferanten. Via Touchscreen kann der Mischmeister schnell die witterungsabhängigen oder verarbeitungstechnischen Parameter entlang aktueller Meteo-Daten oder den Erfordernissen des Einbauteams anpassen. Alle Chargen werden laufend normgerecht dokumentiert, was gegenüber Anlagen mit händischer Verwiegung und Zugabe eine erhebliche Entlastung des Personals bedeutet.
Erfolgreiche Umsetzung
"Unsere Vorstellungen wurden von SBM sehr gut umgesetzt. Das gilt für die innovativen Einzellösungen vor allem aber für das voll ausgestattete und technisch ausgereifte Gesamtpaket als das sich die neue Anlage präsentiert", stellt Pegrila-Geschäftsführer Alexander Berger nach der Übernahme und ersten Projekten zufrieden fest.
So lässt sich die Anlage dank einfachem Transport und minimaler Rüstzeiten auch bei kleineren Maßnahmen mit 6 bis 8 m³ Hochleistungsbeton profitabel einsetzen. Und auch beim ersten anstehenden Großprojekt bewährte sich der Neuzugang: Im Zuge der Gesamtsanierung des historischen Freizeitkomplexes Ka-We-De Bern (kurz für Kunsteisbahn und Wellenbad Dählhölzli) erneuerte Pegrila im Auftrag der Generalunternehmung Läderach Weibel von Ende April bis Mitte Mai den Betonboden des im Winter als Kunsteisbahn genutzten Nichtschwimmerbeckens. Auf insgesamt 4100 m² sorgen jetzt rund 150 m³ Kunststofffaser-UHFB der Bauklasse S in Schichtstärken von 35 bis 45 mm für eine dauerhafte Abdichtung der ebenfalls neu erstellten Beton-Kühlschicht.
Unmittelbar am Rand der Einbaufläche positioniert, lieferte die neue SBM-Mischanlage Hochleistungsbeton für die insgesamt neun Etappen mit Flächen von 420 – 460 m², die Pegrila an nur neun Einbautagen fertigstellte. Eingebaut wurde ein UHFB-Premix mit einem Kunststofffaseranteil von 38 kg/m³ unter projektspezifisch separater Zugabe von Siliziumkarbid (280 kg/m³) direkt in die Mischanlage. Auch die dadurch notwendige vorgeschaltete Trockenmisch-Phase (120 Sek.) verlängerte die Verarbeitungszyklen nur unwesentlich: Von der Kranbeschickung der drei Big-Bags (davon 2 x 0,5 m³/ ca. 900 kg Premix) bis zum Auslassen in die bereitstehenden 600-l-Teleskopladerschaufeln nahm der Kubikmeter UHFB gerade 20 Minuten in Anspruch – ohne Nachbereitung für die direkt anschließende Folgecharge.
"Damit funktionierte die Versorgung der Einbaustellen auch mit zunehmenden Lieferstrecken bis zu 500 m reibungslos," erklärt Alexander Berger. Und selbst bei den mit Rücksicht auf den Tierbestand des direkt angrenzenden Zoos Dahlhölzli eingeschränkten Schichtzeiten von 7:00 bis 17:00 Uhr kam die neue Anlage nie an ihre Reserven: "Bis zu 18 Kubikmeter UHFB waren für eine Etappe veranschlagt, tatsächlich lagen wir bereits nach kurzer Laufzeit der Anlage bei realisierbaren Tagesspitzen von über 25 m³, was für den mobilen Bereich einen echten Spitzenwert markiert."